US-Dollar fällt nach Trumps globalen Handelszöllen – EUR/USD steigt stark an. EU und China mit höheren Abgaben, GBP/USD auf Höchststand seit 2024. Aktuelle Währungstrends und Prognosen.
Die US-Währung hat über Nacht deutlich an Wert verloren, nachdem Donald Trump seine lang erwarteten globalen Handelszölle bekannt gegeben hat. Eine Basisabgabe von 10% auf alle Importe in die USA wurde eingeführt, mit zusätzlichen Belastungen für Länder, die als besonders restriktiv gegenüber US-Exporten eingestuft wurden.
Großbritannien wurde mit der Basistarifstufe von 10% belegt, ebenso wie andere als „freundlich“ eingestufte Nationen, darunter Australien und Neuseeland. Die EU trifft eine Abgabe von 20%, worauf Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit Gegenmaßnahmen gedroht hat. China, das von Trump als Hauptverursacher von Handelsungleichgewichten bezeichnet wird, muss zusätzlich zu den bestehenden 20% weitere 34% zahlen. Infolgedessen stieg der EUR/USD-Kurs deutlich an und näherte sich der Marke von 1,10, bevor eine leichte Korrektur einsetzte – ein Anstieg von fast zwei Cent innerhalb von 24 Stunden.
Das britische Pfund profitierte von der vergleichsweise geringen Belastung sowie von Äußerungen des britischen Premierministers Keir Starmer, der keine Vergeltungsmaßnahmen ankündigte, sondern stattdessen auf Dialog mit den USA setzt, um eine Handelsvereinbarung auszuhandeln. Der GBP/USD-Kurs erreichte mit 1,31 den höchsten Stand seit Oktober 2024.
Wirtschaftsexperten rechnen nun mit vier Zinssenkungen der US-Notenbank, nachdem gestern noch drei erwartet wurden. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer Rezession in den USA und weiteren Ländern weltweit.
Wichtige Daten im Blick Heute Nachmittag stehen die US-Arbeitslosenzahlen sowie der monatliche ISM-Dienstleistungsindex an. Sollten die Zahlen schwächer als erwartet ausfallen, könnte der Dollar weiter unter Druck geraten. Morgen folgt der monatliche US-Arbeitsmarktbericht, der bei Enttäuschungen ebenfalls zu weiteren Verlusten der US-Währung führen könnte.